Auf der Suche nach der Wahrheit


Auf der Suche nach der Wahrheit

 

Spiritueller sein

Oft hören wir Leute sagen, sie möchten spiritueller sein. Meistens tönt es ungefähr so: “ Ich will wirklich spiritueller sein. Ich sollte mehr meditieren, oder mehr ‚chanten‘, oder mehr lesen, oder mehr Dienst leisten oder mehr Andacht pflegen, oder mehr Yoga machen, oder ich sollte mit Fernsehen aufhören, oder das Rauchen aufgeben, oder das Trinken, oder...” Da ist immer die Idee, dass sie spiritueller werden, wenn sie ihrer Person etwas beifügen. Oder dass sie sich spiritueller fühlen werden. Oder dass sie dann in den Augen anderer spiritueller erscheinen. Und im Allgemeinen ist das ein sehr aufrichtiger Wunsch. Die Menschen fühlen, dass ihnen im Leben etwas fehlt. Sie wissen, dass es im Leben mehr gibt als nur einfach den Lebensunterhalt zu verdienen, zu essen, zu schlafen und ab und zu aus diesem oder jenem Grund kleine, vergängliche Vergnügen zu erleben. Sie wollen wirkliche Substanz, und sie wissen, dass Substanz von etwas kommt, das grösser ist als sie – von Liebe, Gemeinschaft, Gott, Spiritualität, Sinn. Aber wie ist das zu erreichen? Wie wird man spiritueller? Die Schwierigkeit liegt in dem Gedanken, man könnte spiritueller werden! Es ist so, wie wenn ein Mann sagen würde, er möchte mehr Mann sein oder eine Frau, sie möchte mehr Frau sein, oder ein Mensch, er möchte mehr Mensch sein. Mann zu sein, ist das Wesen eines Mannes. Frau zu sein, ist das Wesen einer Frau. Mensch zu sein, ist das Wesen eines Menschen. Spirituell zu sein, ist das Wesen aller. Wer und was du bist, ist spirituell. Was willst du beifügen, damit du mehr Mann, mehr Frau, mehr Mensch, damit du noch spiritueller wirst? Alles, was du beifügst, wird dich im Gegenteil nur weniger sein lassen oder dein eigentliches Wesen schmälern. Es ist so, als würde man eine Rose künstlich rot und rosarot anmalen, damit sie rosenähnlicher aussieht. All dies wird nur verdecken, was schon perfekt ist. Wenn du die Schönheit einer Rose voll und ganz geniessen willst, dann versuche nicht, ihr etwas beizufügen. Entferne, was die reine Sicht auf die Rose verdeckt und dich davon abhält, sie in ihrer Vollkommenheit als Rose zu erfahren. Genau so ist es, wenn du deine eigene spirituelle Natur rein erfahren willst: du musst etwas wegnehmen, nicht hinzufügen. Wie kannst du dem, was schon perfekt ist, noch etwas beifügen? Es ist nur einfach eine Frage der Erkenntnis, es geht nur darum, die Suche nach etwas aufzugeben, das dich reicher, besser, grösser machen sollte.
Aber eben gerade dies kann die schwierigste Aufgabe sein, denn es bedeutet, in jeder Hinsicht loszulassen.
  
Nehmen wir an, du hättest einen alten Stuhl gefunden, dessen alte Farbschicht am Abbröckeln ist. Du kannst nun etwas beifügen, beispielsweise dich bemühen, dem Stuhl ein perfektes Aussehen zu geben, indem du die alte Farbschicht übermalst.  Aber die wirkliche Schönheit kommt dann hervor, wenn all die alte Farbe weggeschabt wird, bis der reine hölzerne Stuhl übrig bleibt und du nun an seiner Symmetrie, wie auch an der Einfachheit des Holzes, Gefallen finden kannst. Was wir an uns als unvollkommen ansehen, ist nicht unsere eigentliche Natur. Es sind die Schichten, welche wir selbst unserem reinen Wesen beigefügt haben. Wenn wir im Namen der Religiosität oder Spiritualität weitere Glaubensansichten beifügen, entfernen wir uns nur noch mehr von der reinen, einfachen Symmetrie unseres ursprünglichen Wesens. Der Schlüssel liegt also nicht im Hinzufügen, sondern im Wegnehmen. Es ist so einfach, etwas hinzuzufügen. Es ist auch einfach, genauso wie bisher weiterzufahren. Es ist schwieriger, etwas wegzunehmen, weil sich das Wegnehmen für viele Leute sehr stark wie sterben anfühlt. Wir werden von unseren Glaubenssystemen aufrechterhalten. Sie machen aus uns den oder das, was wir sind, oder eher, wer oder was wir zu sein glauben. Wir haben unsere eigene Wirklichkeit auf den Prinzipien dessen aufgebaut, was gut und schlecht, richtig und falsch ist, und haben unsere wirkliche spirituelle Natur aus der Gleichung gestrichen. Dann besteht die Welt aus Dualitäten – ein ganzes Universum, dazu da, um uns etwas Halt zu geben in etwas, das ansonsten leerer Raum wäre. Denn, wenn du alle deine Glaubensansichten wegnimmst, alle deine Ideen darüber, was gut und schlecht ist, alle deine Dualitäten, alles, von dem du glaubtest es sei du, es sei die Welt, was bleibt dann übrig? Nichts. Du, als das, was du zu sein dachtest, ist gestorben. Wenn du kein Mann oder keine Frau bist, keine spirituelle Person, Doktor, Automechaniker, Alleingänger, kein leutseliger Mensch, kein Intellektueller, langsamer Lerner, Kanadier, Mutter oder Vater, Schwester oder Bruder, Mensch oder Engel, Kind des Universums, kein...irgendwelche nur mögliche Definition, die man geben kann, was bleibt dann? Nur “Ich”, ohne Definition, ohne Lokalisation, ohne Parameter oder Begrenzungen. Plötzlich ist da nichts mehr, das man anstreben müsste, nichts, was man fürchten, nichts, worüber man sich freuen oder worüber man bekümmert sein müsste.  Und dann erkennst du, dass dies dein Wahres Selbst ist. Das ist dein Spirituelles Selbst. Das ist es, was spiritueller sein bedeutet. Es ist jenseits des Materiellen, d.h. ausserhalb von allen durch Zeit und Raum gebundenen Konzepten. Da gibt es nicht einmal mehr Vergangenheit oder Zukunft, nur noch ewiges Jetzt und unbegrenztes Hier.
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ALLES IST GOTT

  

Wenn man tief ins Bewusstsein eintaucht, was findet man? Zuerst scheint alles dunkel und leer. Wir sind so sehr daran gewöhnt, unsere Aufmerksamkeit auf den Verstand (mind) zu richten, unser Vertrauen auf ihn zu setzen, auf unsere Gedanken, unsere Sinne und die Welt, dass wir nicht wüssten, was tun, wenn sie nicht länger existierten. Und doch, wie vergewissern wir uns der Wirklichkeit dieser Welt, der wir so viel Glauben schenken? Was macht sie real? Wie wissen wir, dass sie dieses konkrete, anfassbare Ding ist, das wir aus ihr machen?
In Wahrheit ist sie wohl nicht so gewiss, wie wir das denken. Viele Wissenschaftler und die neue Quantenphysik erforschen Bereiche, welche früher nur in den mystischen Schriften des Ostens zu finden waren. Sie erwägen die Möglichkeit, dass alles nichts als Schwingung ist. Sie haben erkannt, dass Atome weite Universen leeren Raumes sind und dass die einzig greifbaren Teile, d.h. die Elektronen, Protonen und Neutronen, wirklich nichts Anderes sind als Vibrationsknoten in einem Ozean aus gleichem Material. Und dass alle diese im Universum herum tanzenden Atome, Atompartikel miteinander teilen, so dass die Grenzen von einem zum andern und somit zu jedem ‘individuellen’ Ding im Universum äusserst verwischt sind – so sehr verwischt, dass es sie gar nicht mehr gibt. Das Universum sagt uns damit also durch die Wissenschaftler und die Gedanken der alten Mystiker, dass da nur Ein Ding ist. Dieses eine Ding tut alles. Es ist der Hintergrund, der Vordergrund und der Tanz selber. Was ist denn nun dieses eine Ding? Ich nenne es gerne Gott.
Nun ist die Schwierigkeit mit Namen die, dass sie sogleich ungenau werden. Im Augenblick, da man etwas benennt,  hat man ihm die Wirklichkeit genommen, welche es zuvor hatte, hat ein Etikett darauf geklebt, welches  daraus ein Konzept macht.  Wir erlauben uns, das ganze Universum mit Namen zu definieren und verlieren dadurch unsere Fähigkeit, es direkt zu erfahren. Das ist ganz besonders wahr für alle Erfahrungen, welche wir in uns drinnen machen. Wir haben aufgehört, etwas, das auftaucht, zu fühlen und haben statt dessen die anfänglichen Anzeichen von etwas durch einen Namen ersetzt, welcher uns erlaubt, es in seiner Bahn zu stoppen. Emotionen sind das perfekte Beispiel dafür. Versuche, Furcht zu beschreiben, was sie wirklich ist, und du wirst noch mehr Etiketten erhalten wie, ängstlich, aufgeregt, Herzklopfen, Gänsehaut usw. Im Moment, da irgendeine bestimmte Energie in uns hochkommt, haben wir eine Schachtel, in welche wir dieses Gefühl hineinstecken und welche ein Etikett hat – Angst, Wut, Schuld, Traurigkeit, Glück, Hunger, und so weiter. Kaum jemand hält inne, um wirklich die körperlichen Empfindungen, die Gedankenmuster, energetischen Impulse und andere Zeichen, welche im Laufe des Tages aufkommen, zu erfahren. Im Moment, da sie aufkommen, gelangen sie in eine Schachtel mit der Aufschrift Angst, glücklich, Schmerz und Sorge. Am Schluss ist alles was bleibt, eine Schachtel mit der Aufschrift “Es geht mir gut.”
Was geschehen ist, ist dies, dass wir ein auf Dualität basierendes Urteil von gut und schlecht entwickelt haben. Auf Grund unserer Glaubenssysteme, von denen die meisten uns aufgeschwatzt worden sind, nehmen wir an, dass gewisse Dinge gut und andere schlecht sind. Und wir haben dieses gigantische Spektrum, welches von wirklich, wirklich gut, einschliesslich der Dinge wie Gott, Heilige, Himmel, Glückseligkeit, Liebe und Erleuchtung, zu wirklich, wirklich schlecht wie Satan, Dämonen, Hölle, Todesangst, Hass und Enttäuschung geht. Aber all dies ist die Kenntnis von Gut und Böse.
Erinnere dich an die Bibelgeschichte. Was war es, das Adam und Eva aus dem Paradies,  aus dem Garten von Eden vertrieb? Es war die Tatsache, dass sie von der Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse kosteten. Es war nicht der Baum von Gut und Böse, sondern der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Bevor sie von dieser Frucht gekostet hatten, hatten sie kein Konzept von Dingen, die gut, und andern, die schlecht waren. Alles war paradiesisch, alles war göttlich. Sie hatten keinen Grund, an der Schlange zu zweifeln. Sie war auch eine von Gottes Geschöpfen. Aber sie assen von dieser Frucht und begannen, Dualität wahrzunehmen.
   Wenn wir Dualität sehen, sind wir gezwungen, Urteile zu fällen, zu sagen, dass etwas gut und etwas anderes schlecht ist. Wir tun dies jeden Tag, praktisch jeden Moment. Sogar jetzt beurteilst du vielleicht das, was du liest als gut oder schlecht. Aber wenn du damit aufhörst, irgendeine Dualität zu sehen – wenn du alles als göttlich siehst und erfährst, einschliesslich dich selbst, dann gibt es kein Urteil mehr. Dann wird das Leben zu einem grossen Tanz. Da gibt es nur noch das Absolute. Alles ist Eins. Alles ist Wahrheit. Alles ist Gott. Aber wir dürfen uns Gott nicht als diesen weissbärtigen Mann vorstellen, der auf seinem Thron im Himmel sitzt und der jede Handlung als gut oder schlecht beurteilt. Dies ist unsere eigene Projektion von Gott. Dies ist unser eigenes Urteil über uns selbst, welches ein Bild von Gott als einem Wesen von äusserster Liebe und äusserstem Unwillen schafft, ein Wesen, welches uns belohnt, wenn wir gut sind, und bestraft, wenn wir schlecht sind. Wir müssen alle Konzepte loslassen, welche uns auf unser eigenes Ideal von dem, was Wirklichkeit sei, behaften.
       Solange wir Konzepte haben, Ideen, Glaubenssysteme, werden wir in unsere eigene Existenz eingeschlossen. Wir haben unseren Glaubensansichten erlaubt zu erschaffen, was wir sind. Wir haben Worten und der Sprache erlaubt, uns zu definieren. Du musst  vollständig begreifen, dass du nicht ein Mann oder eine Frau bist. Du bist kein menschliches Wesen. Du bist das Leben selbst. Und das Leben ist Gott. Du bist das Gewahrsein, das alles sieht und trotzdem kein Urteil fällt. Der Verstand (mind) fällt Urteile, zerstückelt alles und steckt es in Schachteln. Der Verstand zerschneidet die Wirklichkeit in Stücke und entscheidet dann, welche richtig und falsch, gut und schlecht sind. Wenn der Verstand eines andern andere Glaubensansichten und Konzepte entwickelt hat als du, sind sie falsch. Sie werden zum Feind. Du siehst es als deine Pflicht an, sie zu korrigieren, sie zu bestrafen oder sie zu meiden. Wenn du denkst, du bist liberal und weltoffen, dann entschliesst du dich, mit offenem Verstand zuzuhören. Aber du schätzt die Dinge immer noch deinen Glaubensansichten entsprechend ein. Oder dann gibt es Leute, die nehmen unbesehen alles an, was irgendwer sagt, passen sogleich ihre eigenen Ansichten dem an, was auch immer gerade in Mode ist, dem neuen Trend und der Laune der aktuellen Strömung. Aber du solltest nichts annehmen oder zurückweisen. Es ist dieses Annehmen oder Zurückweisen von Dingen, welches dich unglücklich macht. Es ist das Annehmen oder Zurückweisen von Ideen, welches dich bindet. Wenn du wirklich wünschst, frei zu sein, musst du mit diesem urteilenden Annehmen und Zurückweisen aufhören. Höre einfach auf! Du musst es gleich jetzt, in diesem Moment, tun.
   In Wahrheit ist es so, dass du, wenn du einige Dinge als gut und andere als schlecht ansiehst, oder einige annimmst und andere ablehnst, du Gott annimmst und  gleichzeitig ablehnst, das Absolute. Es ist alles Gott. Selbst wenn man eine sehr anthropomorphe Sicht Gottes annimmt, d.h. Gott als individuelle Person, sagen die Schriften, dass am Anfang nur Gott war, und Gott schuf die Universen. Woraus erschuf er sie also? Aus Sich Selbst. Einige sagen, die Universen seien Energien Gottes, wie das Sonnenlicht von der Sonne. Aber das ist auch nicht verschieden. Die Energie und das Energetische sind eins. Sie können nicht voneinander getrennt werden. Du kannst Hitze oder Licht nicht vom Feuer trennen. Feuer IST Hitze und Licht. Alles, was aus Gott entsteht, ist Gott.
  
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Die Glückseligkeit des Nicht-Seins

   Du bist die Glückseligkeit des Nicht-Seins
  

Du existierst nicht als du. Das ist die Wahrheit. Du hast ein Konzept davon, wer und was du bist, d.h. eine Vorstellung oder einen Traum. Die Wahrheit dessen, was du bist, ist unendlich tiefer, kann jedoch nur erfahren werden, wenn du alle Ideen darüber, wer du jetzt bist, fahren lässt - ALLE. Und die Konzepte und Ideen selber sind beinahe unendlich in ihrer Anzahl und Spitzfindigkeit. Das ist es, was das Erwachen so schwierig macht. Solange als du irgendeine Idee oder verstandesmässige Konzeption davon hast, was du seist, hältst du selber das Muster im Bewusstseinsfeld fest, welches das Vorhandensein dieses Glaubens aufrecht erhält.  Und wenn du versuchst, die Glaubensansichten eine nach der andern gehen zu lassen, wird du als Erstes  herausfinden, dass sie unendlich sind und zweitens, dass allein schon die Idee von jemandem, der seine Glaubensansichten loslässt, zu einer neuen, starken Identifikation wird, welche die Aufsicht über all die andern Glaubenssätze hat. Du hast Schichten von persönlichen Ansichten über etwas gelegt, was tatsächlich einfach nur Bewusstsein ist. Es hat nichts zu tun mit einer persönlichen Wesenheit. Und dennoch kämpfen wir buchstäblich darum, genau dieses individuelle Dasein aufrecht zu erhalten, welches der Grund unseres Gebundenseins und unseres Leidens ist.
   Aber in Wahrheit existieren wir genauso wenig als Individuum wie eine Fata Morgana in der Wüste Wasser hat; nur dank einer Kombination von Umständen. Scheinbar objektive Erfahrungen tauchen auf und wir erschaffen eine subjektive Wesenheit, welcher sie erscheinen. Dann bauen wir eine ganze Sammlung von Ideologien und Anschauungen um dieses scheinbare Subjekt herum auf, erschaffen auf Grund dieses ursprünglichen Missverständnisses ein Universum der Dualität, welches ganz besonders stark zu den Konzepten von richtig und falsch hingezogen wird, und somit wird unser Leiden aufrecht erhalten und ist gewiss.
   Wir sollten dazu fähig sein einzusehen, dass die eigentliche Wurzel von Leid und Schmerz unser Beharren ist, die Ideologien aufrechtzuerhalten, welche sich um eine nicht existierende Individualität ranken. Wir sind genau wie ein Bindfadenknäuel. Wenn man den Knäuel entwirrt, um zu dem zu kommen, was in ihm drin verborgen ist, erhält man am Ende nichts als einen Haufen Bindfaden und leeren Raum. Wenn du die Ideen und Ansichten entwirrst, die ‘dich’ zusammenhalten, bleibt nichts als leerer Raum. Es gibt da kein ‘du’ in der Art, wie du es dir denkst.
   So taucht die allerwichtigste Frage auf: “Wer bist du?” Bevor du nicht ernsthaft diese Frage über dich stellen und in die Tiefen des Bewusstseins vordringen kannst, indem du ehrlich und mutig alles aufgibst, was du nicht bist, wird da eine scheinbare Wesenheit weiter bestehen, welche die ‘’Schlingen und Pfeile schrecklichen Unheils’ erleidet.


   Du bist die Gückseligkeit des Nicht-Seins...   
Jedoch versinkst du in deinen selbstbezogenen Wünschen.  Du identifiziert dich mit dem Gedankenfluss und den Wünschen, welche im Ozean des Bewusstseins auftauchen. Alle Wünsche sind selbstbezogen. Deine Handlungen basieren auf Wünschen, von denen du glaubst, sie machten dich glücklich. Sie sind selbstbezogen. Sogar wenn du versuchst, die Welt zu retten, tust du dies aus Selbstbezogenheit. Sogar wenn du den Hungernden Nahrung und den Armen Kleidung gibst oder wenn du Gott verehrst, tust du es, weil du denkst, dass es ‘richtig’ ist, so zu handeln, und du tust es, weil es dich glücklich macht zu denken, dass du es ‘richtig’ machst. Sogar diejenigen, welche Erleuchtung, Freiheit, Heil, Befreiung suchen, tun dies, weil es ‘richtig’ ist. Sie möchten dem Leiden ein Ende setzen, ewige Glückseligkeit erlangen, frei sein von Tod und Gebundensein. Gewiss, dies sind edle Gründe und  ehrenwerte Glaubensansichten, aber sie beruhen immer noch auf einer Persönlichkeit, welche etwas wünscht. Sie sind die scheinbare Wirkung eines scheinbaren Egos, welches in einer scheinbaren Welt umherstrauchelt, im Versuch, scheinbares Glück zu erlangen und scheinbarem Unheil entgegen zu wirken. Dreimal darfst du raten. Es ist alles eine Illusion – das Ego, die Welt, das Leiden und das Glück. Es ist alles Zustand eines Traumes, welcher innerhalb eines kosmischen Traums geträumt wird. Wenn du den Körper/Verstand aufgibst, was bleibt dann? Wenn du jegliche Identifikation aufgibst, was bleibt dann? Nur das Ich Bin ohne jede Identifikation. Das Ich Bin wird identifiziert. Wende dich also zuerst dem Ich Bin ohne Identifikation zu. Verweile darin und schau, wo es herkommt. Woher taucht das Ich Bin auf? Sogar das Ich Bin hat keinen Standort. Es ist nicht in Zeit und Raum lokalisiert. Du kannst weder seinen Beginn noch sein Ende finden. Es ist nur Bewusstsein ohne Objekte. Es ist der unendliche subjektive Zustand ohne Wahrnehmung eines andern. Entferne alles andere und verweile in diesem Zustand. Denke nicht darüber nach, sondern bleibe einfach nur in diesem absoluten Bewusstsein. Wenn man tiefer in diese reine Wahrnehmung sinkt (sich ihr ausliefert), beginnt sogar die Empfindung des Ich Bin sich aufzulösen, denn sogar dies ist ein Teil des Traumes. Da ist nur leeres Gewahrsein und, ja, Glückseligkeit. Dies ist der Zustand, welcher du in Wirklichkeit bist, immer gewesen bist und immer sein wirst.

   Du bist die Gückseligkeit des Nicht-Seins...   
    Aber wenn das alles Nicht-Sein ist, woher entspringt es? Auf diese Frage gibt es keine Antwort in Worten, denn alle Fragen und Antworten entstehen in der Dualität. Aber wenn du einen Augenblick in der Nicht-Dualität verweilst, was geschieht dann? Es entsteht ein spontanes Auftreten von Erfahrung. Die Glückseligkeit des Nicht-Seins ist das spontane Auftauchen des ‘Das’, welches ‘Sich selbst’ erfährt. 
   In Sanskrit wird das Absolute als Sat-Chit-Ananda oder Dasein-Gewahrsein-Glückseligkeit bezeichnet . Dies sind nicht-duale Ausdrücke für ein Einziges. So wie Hitze und Licht nicht-duale Aspekte des Feuers sind – man kann Hitze und Licht nicht vom Feuer trennen – so können Dasein, Gewahrsein und Glückseligkeit nicht vom Absoluten getrennt werden. Es sind drei Aspekte desselben Einzigen. Es sind keineswegs lineare oder kausale, sondern simultane Ausdrücke. Für das Absolute ist Dasein ewig. Es ist das Sein oder Das, was Ist. Und in seinem Sein Ist Gewahrsein, denn Gewahrsein ist ein Symptom des Daseins. Aber Gewahrsein allein ist nur reine Subjektivität und muss seiner Natur gemäss eines Objekts gewahr sein und drückt Sich deshalb als Vielfaches aus, um Ananda oder Glückseligkeit zu erfahren.
   Daher ist alles, was Ist, Glückseligkeit, aus keinem andern Grund als aus der Notwendigkeit zu Sein und sich auszudehnen. Es ist, was Ist. Es ist Gewahrsein. Es ist Glückseligkeit. Jeder Moment, jeder Tag, jedes Ding, vom ‘Heiligsten’ bis zum ‘Scheusslichsten’ ist die Glückseligkeit des Absoluten, welches Sich unendlich als dich, mich, das Universum, alles von diesem einen Ding, ausdrückt. Aber wenn wir ‘eine’ Persönlichkeit kreieren, welche getrennt ist von dem einen Sein, jemanden heraufbeschwören, welcher diese Glückseligkeit versuchen und erfahren soll, dann trennen wir uns selber von der eigentlichen Glückseligkeit, die wir schon sind. Wie ein Funken, der das Feuer verlässt, um die Hitze der Flammen zu erleben, verlieren wir unsere innewohnende Glückseligkeit in einer vergeblichen Reise weg von unserem Selbst.
   Du bist die Glückseligkeit des Nicht-Seins...
Und wenn du bereit bist, dein Getrenntsein aufzugeben, bereit, die vergebliche und ständige Suche nach dem Glück aufzugeben, bereit, dich selber zu befreien von der begrenzenden Idee einer Persönlichkeit, welche dich scheinbar bindet, dann kannst du wieder die Glückseligkeit des Nicht-Seins erfahren.
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Das Tor zum Himmel

  

Was ist unsere Definition von Himmel, vom Absoluten oder von Erleuchtung? Wie sieht das für dich aus? Was ist es gemäss den Heiligen in der ganzen Welt, welche die Wahrheit verwirklicht haben? Jedermann gibt vor, die Wahrheit zu kennen – meint, dass sie automatisch mit dem übereinstimmt, von dem sie glauben, es sei die Wahrheit, wie wenn nur schon die Tatsache, dass sie daran glauben, daraus eine Gewissheit machte. Offensichtlich war dies der Grund für all die Religionskriege durch Jahrhunderte hindurch.
   Natürlich befinden wir uns heutzutage in einem erleuchteteren Zustand und wir erkennen, dass in allen Weltreligionen ein Kern von Wahrheit steckt. Es wäre politisch unkorrekt, zu behaupten, ein Glaubenssystem sei wahrer gewesen als irgend ein anderes. Und da wir tolerant und offen sind für alle, sind wir bestimmt besser vertraut mit der letzten Wahrheit. Nun sind wir erleuchtet in bezug auf die grossen Mysterien des Geistes. Wir sehen ein, dass die Wahrheit wie ein grosser Diamant mit vielen Facetten ist. Wir verstehen und akzeptieren, dass es eine Wahrheit gibt und viele Pfade, sie zu erreichen, und wir ehren jeden Pfad und die Menschen, welche ihn gewählt und akzeptiert haben.
   Aber der Pfad ist nicht das Ziel, und während es viele Pfade gibt, welche zu diesem erleuchteten Zustand führen, bleibt die Frage, wie es denn ist, wenn man dorthin gelangt, und wie wir überhaupt wissen können, dass der Pfad, auf dem wir uns befinden, uns  letztlich zum angestrebten Ziel führt? 
   Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Zustand der Erleuchtung charakterisiert wurde als jenseits von jeder Definition liegend, unaussprechbar, unnennbar, dem Wissen nicht zugänglich, jenseits von Gedanken, von Konzepten und jenseits des Verstandes. So ist jede Definition, jeder Name, den wir ihm leihen, eben nur ein Name, nicht ‘Es’. Dies führt den Suchenden sozusagen notgedrungen dazu, das zu erforschen, was nicht ‘Es’ ist, in der Hoffnung, ‘Es’ zu finden. Da wir weitgehend durch unsere eigenen Konzeptionen vom Absoluten bewegt, beeinflusst und begrenzt werden, trachten wir nach und studieren wir solche Dinge, welche mit unserer Konzeption vom ‘Es’ übereinstimmen, gar oft ist es eine vergebliche Suche, indem wir auf eine Erfahrung warten, welche uns beweisen soll, dass wir das ‘nicht zu Wissende’, ‘unbeschreibbare’ ‘Es’ erreicht haben.
   Die Situation gleicht sehr stark einer Analogie, welche jemand kürzlich mit mir teilte. Wenn zwei Tore zur Wahl stünden, eines zum Himmel und eines zu einem Vortrag über den Himmel, würde die grosse Mehrheit der Leute vor der Türe zum Vortrag über den Himmel anstehen. Oft sind wir nicht so sehr daran interessiert, das Göttliche zu erfahren als vielmehr daran, etwas darüber zu ‘wissen’, darüber sprechen und die Leute mit der verblüffenden Tiefe unserer Informationen darüber beeindrucken zu können. Und was wäre, wenn du wirklich die Türen öffnen und hinein schauen könntest? Durch die Türe, die zum Vortrag über den Himmel führt, würdest du einen Raum voller wunderbarer Leute finden, welche Kräutertee trinken, über Götter und Göttinnen sprechen, Energiearbeit tun, Lieder singen, miteinander meditieren, die Pros und Contras der verschiedenen Pfade und spirituellen Techniken diskutieren und sich im allgemeinen glänzend unterhalten. Auf der andern Seite, wenn du die Türe zum Himmel öffnen und von draussen hinein spähen würdest, könntest du nichts sehen. Alles würde leer, finster und unattraktiv aussehen – weil es hinter dieser Türe nichts gibt, was der Geist erfahren, nichts, was der Körper erleben könnte, keine Konzepte oder Glaubenssätze, die es zu erhaschen gäbe und ganz gewiss nichts, das unseren Geist ‘anziehen’ würde, es sei denn, Nichts wäre attraktiv. Denn Eintreten ins Absolute bedeutet, vollkommen jenseits von Geist und Ego zu sein.
   Aber die gute Nachricht ist die, dass man nirgendwo hingehen muss, dass da keine Tür zu durchschreiten ist und in Wirklichkeit kein Pfad, dem zu folgen wäre. Das Du, welches du in Wirklichkeit bist, ist bereits Das. Denn du bist reines Bewusstsein, Sein. Du bist das, was dem Geist, den Glaubensansichten, Konzepten und Ideen, den Hoffnungen, Kämpfen, dem Körper und dem Ego vorangeht. Du brauchst den Himmel nicht zu finden,. Du bist der Himmel.
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Auf der Suche nach einem Pfad

  

In der heutigen Zeit ist die Kenntnis von spirituellen Praktiken Gemeingut geworden, so sehr, dass man einfach indem man sich ins Internet einwählt, zu einigen der geheimsten, ältesten und esoterischsten spirituellen Praktiken Zugang findet. Oft sind dies Praktiken, Mantren und Rituale, welche in grösster Vertraulichkeit von Lehrer zu Schüler übergeben wurden, mit vorhergehenden Vorbereitungsritualen und nur mit dem Einverständnis und Einwilligung, sie nie zu enthüllen. Nun kann man sie in ungefähr zwei Minuten im WWW, dem world wide web, finden.
      Dies ist sowohl ein grosser Segen als auch ein Fluch. Es ist ein Segen, weil es zum ersten Mal die Tiefe der Gemeinsamkeiten zwischen den Weltreligionen und Philosophien aufzeigt. Es erlaubt uns, den Reichtum der spirituellen Lehren, welche einer Welt ohne Flugzeuge oder Internet nicht zugänglich waren, vermehrt im Detail zu erforschen. Und in einer Zeit und Kultur, da der Dorfpriester, Guru oder Schamane nicht gleich zur Hand ist,  können wir trotzdem die gesuchten Unterweisungen finden.   
   Aber da gibt es auch eine Kehrseite. Eines der hauptsächlichsten Dinge, welche uns mit diesem Reichtum an Wissen genommen wurde, ist die Einfachheit des Wissens. Unser Leben ist vor lauter Wahlmöglichkeiten total durcheinander gebracht. Wenn wir einst wussten, was unser Schicksal war, welches unser Pfad war und was von uns verlangt wurde, um die Gnade des Göttlichen zu erlangen und um in den von uns konzipierten Himmel zu gelangen, so mühen wir uns nun in einem Ozean von Wahlmöglichkeiten ab. Wir suchen uns sorgfältig durch das Überangebot an spirituellen Möglichkeiten durch, befassen uns ein wenig mit dem, versuchen ein wenig das. Unsere verzweifelte Hoffnung ist dabei, dass wir den perfekten Weg finden, eine rettende Gnade, welche alle unsere materiellen und spirituellen Wünsche erfüllen und mit unserer eigenen Vorstellung von der Wahrheit übereinstimmen wird.
   Aber auch dies zeigt uns, dass etwas nicht stimmten kann, wenn wir eine Religion oder einen Weg nach dem andern wählen müssen, indem wir dabei dem einen Richtigkeit und dem andern Unvollkommenheiten zuweisen. Vielleicht erreichen alle das Ziel nicht, den Ruhm Gottes, das unnennbare Absolute. Vielleicht ist es genau dieses unser Suchen nach einer Antwort ausserhalb von uns, welches in Frage gestellt werden muss. Vielleicht ist Nichtwissen eigentlich ein Segen.
   Denn worauf können wir uns denn voll und ganz verlassen? Was können wir ganz sicher wissen? Jede Meinung, welche wir haben, kann jederzeit von jemand anderem widerlegt werden. Jede Sammlung von Regeln, Ideen, Techniken, Philosophien, Theorien, Gelübden oder ethischen Grundsätzen, wird immer mit derjenigen eines andern zusammenprallen.  Unser Dasein in der Welt ist immer begleitet von den Polaritäten der Gegenteile, besonders wenn es um Glaubensansichten geht.
   Aber nochmals, was können wir ganz sicher wissen? Sogar die Existenz von etwas, das sich ausserhalb von uns befindet, kann nicht ermittelt werden. Gott, der Himmel, die Hölle, die Wahrheit -  sind für uns nicht beweisbar durch eine äussere Quelle. In der Tat, selbst die Existenz der Welt als greifbare Realität kann nicht bewiesen werden. Zum Beispiel könntest du in diesem Augenblick träumen. Wenig Leute sind imstande, den Traum von der Wirklichkeit zu unterscheiden während sie träumen. Oder vielleicht ist deine ganze weltliche Existenz eine Art Filmprojektion, wie wenn du einfach nur ein Hirn wärst, irgendwo in einer Glasglocke. Sogar viele Wissenschaftler vermuten, dass die sogenannte Realität wohl eher eine räumliche Illusion ist, denn eine harte Tatsache und dass wir, einschliesslich unserer eigenen Körper, eher in einem Ozean von Nichtsheit treiben als in einem konkreten Reich. Die Welt jedoch ist angefüllt mit solchen Ideen, viele sind alt, manche neu, aber die Wahrheit, so wie sie ist, kann nur an einem Ort gefunden werden. Es ist die einzige Sache, welche als Gewissheit betrachtet werden kann. Es ist die eine Sache, welche jeder mit jedem teilt. Das ist die Tatsache der eigenen Existenz als Gewahrsein. Alle Menschen wissen, dass sie sind. Sie wissen seit jeher, dass sie sind.
Die Erfahrung ihrer selbst als existierenden Wesen hat sich nicht verändert seit dem Zeitpunkt, da Menschen sich erinnern können. Sicher, die Ideen, welchen sie anhaften, die Ziele, nach denen sie streben, sogar die Komplexität ihrer Gedanken haben sich verändert, aber die Tatsache ihrer eigenen Existenz ist eine Konstante, welche nie in Frage gestellt wird. Nach dieser Existenz muss also gefragt werden. Es ist die einzige Sache, deren wir wirklich sicher sein können, und ihr muss vollständig und immer wieder nachgegangen werden.
Welches ist die Methode dieses Nachforschens? Man muss sich fragen, was dieses ‘Ich’ ist. Vor allem andern besteht einfach einmal das Gefühl, als ‘Ich’ zu existieren. Aber was ist es? Wo ist es? Wann und wo beginnt und endet es? Erinnere dich an dieser Stelle, dass du nicht deine Ideen und Gedanken suchst, sondern diese Ich-heit, welche Zeuge all dieser Gedanken ist. Was einige vielleicht das ‘Ich bin’ nennen mögen – einfach das reine Bewusstsein, welches alles erlebt und wahrnimmt. Forsche danach! Ruhe darin! Und du wirst den einzig wahren und bedeutsamen Weg finden  – dein Selbst, dich Selbst!                           
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Wahrheit jenseits von Glauben

Ein subjektives Forschen nach dem Leben.   

Glaube.  Alles, was wir tun, beruht darauf. In der Tat ist alles, was wir sagen, denken oder fühlen um unser eigenes Glaubenssystem herum zentriert. Aber was ist Glaube? Die erste Definition, welche das Webster’s Lexikon gibt ist: ” Ein Zustand oder eine Gewohnheit des Geistes, bei welchem wir einer Person oder einer Sache mit Zuversicht oder Vertrauen begegnen.” Gut, es ist ein Geisteszustand oder noch schlimmer, eine Gewohnheit des Geistes. Ich glaube, es ist schön heute. Ich glaube an das innewohnende Gute im Menschen. Ich glaube an Gott. Ich glaube, die Menschen sollten nett zueinander sein. Ich glaube, dass Schokolade besser ist als Vanille. Ich glaube, Morgenstund hat Gold im Mund.  Ich glaube, dass Filzlatschen hässliche Schuhe sind.  Ich glaube, dass der Film Gandhi spiritueller ist als Ferris Beuller’s Day Off. Ich glaube, dass mit jedem fallenden Regentropfen eine Blume erblüht. Toll. Jeder einzelne dieser und der buchstäblich Millionen anderer Glaubenssätze, welche ich als Gewohnheit in meinem Geist festhalte,  kann unverzüglich von jemandem oder sogar von vielen Leuten widerlegt werden. Ihre  Logik, ihr Urteil oder ihre emotionale Überzeugungskraft bezüglich ihrer Glaubensansichten kann, muss aber nicht besser sein als meine. Jedoch sind ihre Glaubensansichten ebenfalls nichts mehr und nichts weniger als ein Zustand oder eine Gewohnheit des Geistes.
   Und wie steht es nun mit der Religion? (der Ausdruck kann durch Glaube, Philosophie, idealer Lebensstil usw. ersetzt werden.) Alle grossen Religionen (usw.) basieren auf der Wahrheit. Sie werden jedoch als Glaube praktiziert. Lasst mich das nochmals sagen. Alle grossen Religionen basieren auf der Wahrheit. Sie werden jedoch vom Glauben her praktiziert. Wahrheit und Glaube sind nicht dasselbe. Wahrheit ist absolut jenseits von Glaubensansichten. Sogar wenn die Glaubensansichten mit der Wahrheit übereinstimmen, ist der Glaube nur ein matter Widerschein der Wahrheit. Zum Beispiel sagt das Tao Te Ching (ungefähr so): Das Tao, welches benannt werden kann, ist nicht das ewige Tao."  Die Bhagavad Gita sagt uns, dass "es einen Banyanbaum gibt mit den Wurzeln nach oben und den Blättern nach unten. Die wahre Form dieses Baumes kann in dieser Welt nicht wahrgenommen werden. “ Mit andern Worten: dies ist die Welt der falschen Wahrnehmungen und Konzepten, und solange als wir in dieser Welt existieren, müssen wir als Gewohnheit des Geistes im Reich der falschen Wahrnehmungen und Konzepte fortdauern. Der Geist ist wie eine Linse, durch welche das Licht der Wahrheit scheinen mag. Je mehr farbige Transparente und Filter über der Linse liegen, desto verfälschter ist das Licht, welches hindurch scheint. Was im Geist geschieht, ist ähnlich. Er ist mit Konzepttransparenten und Glaubensfiltern angefüllt, welche den direkten Lichtfluss hindern. Schlimmer noch: der Geist ist selber ein Hindernis für die direkte Erfahrung der Wahrheit, da er die Wahrheit als eine objektive Sache wahrnehmen muss. Man sagt mir, Gott sei im Himmel. Das tönt gut für mich und ich nehme es als einen Glauben an. Jedoch ist jedes Wort für mich ein Konzept, nicht die Wahrheit. Ich habe eine Vorstellung von Gott. Gott ist der Schöpfer, deshalb muss Er wirklich alt sein. Gott ist überall. Alles ist Gott. Gott ist in unserem Herzen. Sogar noch mehr Konzepte über Gott. Nun, wo ist der Himmel? Er ist da oben. Er ist überall. Er ist dort, wo du ihn erschaffst. Er ist dort, wo Träume wahr werden. Wo ist innen? Was ist innen? Deshalb: was ist ‘ist’? Jedes Wort ist ein Konzept. Es ist ein Symbol oder eine Darstellung für das, was tatsächlich ist. Es gibt eine genaue Differenzierung zwischen einem Objekt, seinem Namen und unserem mentalen Bild davon. Und der Geist ist naturgemäss objektiv. Das heisst, er sieht und beschreibt Objekte getrennt  von sich selbst und kann deshalb das Objekt nicht  in Wirklichkeit, in Wahrheit und auf subjektive Weise erfahren. Eine objektive Erfahrung ist indirekt. Eine subjektive Erfahrung ist direkt. Hier eine Analogie: Ich kann dir beschreiben, wie es sich anfühlt, in einem Sportwagen zu fahren. Ich kann es so detailliert beschreiben, dass du praktisch den Wind in deinen Haaren fühlen, das Polster riechen das Vibrieren der Reifen gegen das Rad spüren kannst. Alles Konzepte. Gedankenmuster in deinem Geist, welche Wahrheit simulieren. Objektive Erfahrung. Oder ich könnte dich in einen Sportwagen stecken, dir die Schlüssel geben und sagen, “da hast du” , und dich direkt diese Dinge erfahren lassen. Subjektive Erfahrung. In Wahrheit ist diese sogenannte subjektive Erfahrung ebenfalls eine objektive Erfahrung, denn sie wird durch unsere Sinne und unseren Geist aufgenommen, welche ihrerseits Barrieren für die direkte Erfahrung sind, und so nehmen wir uns und wie wir selber den Wagen fahren, objektiv wahr. Aber das ist nur eine Analogie. Wie wär‘s mit einer andern? Sie ist mehr auf der Linie einer direkten Erfahrung. Ich kann dir entweder eine Orange geben und sagen: “ Rieche sie, befühle sie, iss sie,” was eine indirekte, objektive Erfahrung ist, oder ich kann sagen: “Sei diese Orange. Erfahre sie direkt. “ Nun ist es eine subjektive Erfahrung, falls es dir gelingt.  Eigentlich reisst uns jedoch sogar das Wort Erfahrung daraus heraus, denn es impliziert eine Subjekt-/Objektbeziehung. Jemand oder etwas erfährt jemanden oder etwas anderes. Deshalb – sei eine Orange.

Mit der Wahrheit verhält es sich ebenso. Ich kann dir sagen, was ich glaube, was  die Wahrheit sei, was Gott sei, was die  Welt sei. Ich kann grosse Autoritäten zitieren und Schriften rund um die Welt. Ich kann mit aufsehenerregender Logik und Beweisführungen Zeugnis ablegen, bis du absolut überzeugt bist und bereit, für meine Sache dein Leben herzugeben, aber es wird nur eine Glaubensansicht sein, ein Konzept, eine objektive Wahrnehmung oder Verzerrung der Wahrheit. Ich kann die Wahrheit erfahren oder nicht erfahren haben, aber ungeachtet der Frage, wie viele Leute ich mit nicht-direkten Mitteln überzeuge, sie werden Glaubensansichten erfahren, nicht Wahrheiten.
   Nun, was im Allgemeinen in der Vergangenheit geschah, war, dass jemand die Wahrheit erfuhr. Die Wahrheit, welche ausserhalb der begrenzenden Welt der Sprache  liegt, ist für dieses Individuum ganz klar offensichtlich. Sie muss jedoch vermittelt werden, und dies geschieht grösstenteils durch Worte. Gelegentlich wird jemand sie auf eine andere Weise vermitteln, so wie Buddha, der eine Blume hochhielt, oder Jesus, welcher der Menge zu essen gab. Aber meistens geschieht es in Worten. Wir schnappen nach diesen Worten und halten daran ums liebe Leben fest. Wie wenn wir versuchten, den Widerschein des Mondes in einem Teich zu erhaschen. Es ‘is nich’ das wirkliche Ding. Wahrheit  jedoch ist für uns erreichbar. Sie ist uns so nahe wie unser Atem oder unser Herzschlag. Sie ist der eigentliche Lebensstoff. Aber bevor wir dieses nicht direkt erfahren (die Orange sein), ist es nur ein weiteres Konzept, eine Glaubensansicht. Es gibt Methoden, um die Wahrheit direkt zu erfahren, und viele der besseren Religionen und Philosophien haben diese Methoden in sich eingebaut, obwohl sie oft in Dogmen, Konzepten und Personenkulten verloren gehen. Das Problem ist, dass viele dieser Methoden selber indirekt sind, unklar und oft sehr, sehr langsam, vielleicht Jahre in Anspruch nehmend, Dekaden oder ganze Leben erfordern, um das Ziel zu erreichen. Es gibt  jedoch eine Methode, mit der man in sehr kurzer Zeit die Wahrheit direkt erfahren kann, das Selbst, Erleuchtung, Gott, das himmlische Königreich in uns, das Christusbewusstsein, oder wie auch immer du es nennen willst, tatsächlich ist es eine Sache von zwei oder drei Tagen. Es heisst ClearPoint und beinhaltet eine kraftvolle Technologie von Vorträgen, Anweisungen und, in erster Linie, eine direkte Befragungsweise, welche dich jenseits von Glaubensansichten und falschen Konzepten trägt. Es ist ein Quantensprung im Bewusstsein hin zu einer direkten, subjektiven Erfahrung der Wahrheit. Wahrheit jenseits von Glauben.



Translation by Susanne Raggenbass - Many, many thanks and blessings!

 

 

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